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FUNNSCHAU

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KURZ UND ULTRAKURZ

Deutsche Industrie-Ausstellung in Berlin. Neben dem gesamten Programm an Rundfunk- und Fernsehempfängern sowie Tonbandgeräten zeigte Grun- dig 20 verschiedene Typen von Meßgeräten für Entwicklung, Fertigung und Service. Saba führte den bereits in Stuttgart gezeigten Heimprojektor „Schauinsland“ vor, der das Bild auf eine 1,60 m breite Kino-Leinwand ent- wirft. Kommerzielle Sender und Empfänger, Peilanlagen, Funksprech- und Radargeräte, Rundfunk- und Spezialröhren stellte Telefunken aus. Die Valvo GmbH zeigte einen Querschnitt durch ihr gesamtes Spezialröhren- programm, darunter neue Relaisröhren, Thyratrons sowie Radar-Bildröhren und ferner neue Miniatur-Elektrolytkondensatoren und Ovallautsprecher.

Die Funkindustrie auf der Photokina. Auf dieser bedeutenden Fachschau der Photo-Industrie (29. 9. bis 7. 10. 56 in Köln) führte Grundig die Fern- sehanlage „Fernauge“ vor. Die Kamera war mit einem fernbedienten Schwenk- und Neigekopf sowie einer Variooptik mit stetig veränderlicher Brennweite ausgerüstet. Für Schmalfilmer waren Synchronisiereinrichtungen zu den Grundig-Tonbandgeräten zu sehen. Siemens & Halske stellte Film- theater-Tonanlagen nach dem Bausteinprinzip aus. Die neuen Magnetton- Abtastanlagen lassen sich später zu Stereofonie-Anlagen ausbauen. Bei den Siemens-Kinolautsprechern wurde als neuestes Bauelement die akustische Linse gezeigt, mit der Schall gesammelt oder zerstört werden kann. Ferner wurde eine induktive Schwerhörigenanlage für Kinotheater vorgeführt. Ähnliche Einrichtungen dienen auch zur lautlosen Kommandoübermittlung in Film- und Fernsehstudios. Telefunken stellte gemeinsam mit Frieseke & Hoepfner Tonfilmanlagen für Magnetton aus. Für 8-mm-Tonfilmprojektoren der Firmen Agfa sowie Niezoldi & Krämer liefert Telefunken lippensyn- chrone Magnettonzusätze. Ein neues sehr eindrucksvolles Filmverfahren wurde, zum ersten Male in Europa, von Philips vorgeführt. Hierzu wird ein 70 mm breiter Film, der gleichzeitig sechs Magnettonspuren trägt, ver- wendet. Die eigens für dieses Verfahren konstruierte Kinomaschine proji- ziert das Bild auf eine gekrümmte, sehr breite und hohe Leinwand. In Ver- bindung mit dem durch sechs Kanäle gesteuerten Stereo-Ton entsteht da- durch eine äußerst effektvolle Illusion der unmittelbaren Beteiligung am Geschehen. Der Philips-Projektor für dieses „Todd-AO-Verfahren“ eignet sich außerdem für alle übrigen Lichtton- und Magnettonfilme.

Schallplattenproduktion steigt an. Im ersten Halbjahr 1956 wurden im Bundesgebiet über 14 Millionen Schallplatten hergestellt, das sind 15°/, mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei erhöhte sich der Anteil der 45er-Platten von 19,5 %/ (1955) auf 39 %/ (1956).

Großlautsprecheranlage aus serienmäßigen Geräten. Für die Schlußkund- gebung des Deutschen Katholikentages in Köln wurde von Philips eine Großübertragungsanlage für 800 000 Personen mit serienmäßigen Verstärkern und Schallgruppen aufgebaut. Sie bestand aus insgesamt 15 Schallgruppen zu 60 W, zwei Schallgruppen zu 36 W und 15 Reflex-Trichterlautsprechern zu je 10 W. Die Sprechleistung lieferten mehrere 750-W-Endverstärker. Zahl- reiche Mikrofone konnten mit Hilfe von Transistor-Mischpulten eingeblen- det werden.

Nach dem Erdsatellit der Mondsatellit, Die britische Interplanetarische Gesellschaft beschäftigt sich mit dem Plan eines künstlichen ferngelenkten Flugkörpers, der den Mond umkreisen und mit Hilfe eines Funksenders Angaben über die Verhältnisse auf der Mondoberfläche ausstrahlen soll. Der geplante Satellit hat bereits einen klangvollen Namen erhalten, nämlich Migrant, gebildet aus „moon, instrumentet, guidet rocket and notifying trans- mitter“ (Mond, mit Instrumenten ausgerüstet, ferngelenkter Flugkörper und Übermittlungssender); Migrant heißt aber gleichzeitig Wanderer.

Radargeräte billiger. Die englische Firma Kelvin & Hughes Ltd. liefert ein neues verbessertes Schiffsradargerät mit einer Preissenkung von 44°, gegen- über dem vorhergehenden Typ. Für die deutsche Seesciffahrt wird das Gerät über die Firma ElIna GmbH, Hamburg, zu 14 000 DM angeboten. Bei diesem Preis dürfte es auch für Küsten- und Flußschiffahrt interessant werden.

Der internationale Seenotruf SOS entstand vor 50 Jahren am 3. Okt. 1906 auf der heute längst vergessenen Berliner Seefunkkonferenz, auf der die deutsche Telefunken- und die britische Marconi-Gesellschaft den später von 27 Ländern ratifizierten Seefunkvertrag aushandelten.

Die Bundespost wird zunächst in München neue hochempfindliche Such- geräte für Schwarz-Fernseher in Betrieb nehmen. %* Die Flackereinrichtung in Polizei-Funkwagen schaltet selbsttätig abwechselnd auf zwei verschiedene Empfangsfrequenzen um. Der Empfänger ist also ständig über zwei Zen- tralen zu erreichen (Telefunken). % 326 000 tragbare Koffer-Fernsehempfän- ger wurden im ersten Halbjahr 1956 in USA hergestellt. & Die britische Post hat die Hauptstation Rugby um 28 Seitenbandsender mit je 30-kW- Seitenbandleistung erweitert. & München bringt im Deutschen Fernsehen unter Verwendung eines Fernseh-Teleskops mit 1000facher Vergrößerung eine Sendereihe „Wenn der Himmel klar ist... .“. & Der Deutschlandsender strahlt jeden Montag um 23.05 Vorlesungen namhafter Wissenschaftler zur Einführung in die Kernphysik aus.

Rundfunk- und Fernsehteilnehmer am 1. Oktober 1956

A) Rundfunkteilnehmer B) Fernsehteilnehmer Bundesrepublik 12 829 996 (+ 20 894) 482 602 (+ 20 488) Westberlin 784 034 (+ 1238) 21582 (+ 895) zusammen 13 614 030 (+ 22 132) 504 184 (+ 21 383)

Unser Titelbild: vieser interessante Blick nach unten ergibt sich vom Fußpunkt der UKW-Antenne auf dem Mast des neuen Fernsehsenders Bremen/Oldenburg (vgl. Seite 840). Aufn.: Hans Müller, Hamburg

FUNKSCHAU 1956 / Heft 20

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Beiefe an die FUNKSCHAU-Redaktion

Nachstehend veröffentlichen wir Briefe unserer Leser, bei denen wir ein allgemeines Interesse annehmen. Die einzelnen Zuschriften enthalten die Meinung des betreffenden Lesers, die mit der der Redaktion nicht überein- zustimmen braucht.

Nochmals: Zerhacker-Beschädigung während des Anlassens und ihre Vermeidung

FUNKSCHAU 1956, Heft 5, Seite 180, und Heft 13, Seite 518

Herr Manske hat in seinem Beitrag sehr gut zum Ausdruck gebracht, wie die Beschädigungen auftreten. Um sie zu vermeiden, soll der Zerhacker {somit der Auto-Super) während des Anlassens abgeschaltet werden, Gegen das automatische Abschalten mit Hilfe eines Ruhestrom-Relais, das einen Betrieb des Aulo-Empfängers während des Anlassens verhindern soll, hat Herr H.K. mit Recht seine Bedenken geltend gemacht. Auf rein theoretischer Basis will Herr K. dadurch Abhilfe schaffen, daß er ein geeignetes Relais in Reihe zum Anlasser schalten will. Bedenkt man aber bei diesem Vor- schlag, daß das Anlasserkabel einen Querschnitt von 50 mm? (je nach An- lasser und Länge der Leitung) ‘haben kann, so dürfte man hier vor einem schwierigen Problem stehen.

Damit wäre das Thema „Vermeidung von Zerhacker-Beschädigungen“ völ- lig verpatzt.

Die Kraftfahrzeug-Industrie hat aber durch sogenannte Zündanlaßschalter bereits Vorsorge getroffen, Mit dem Sicherheitsschlüssel dieses Schalters werden in Stellung 1 die Zündung und der Tagesverbraucher eingeschaltet (wie bisher), und in Stellung 2 wird der Anlasser betätigt, wobei aber gleichzeitig der Zörhacker (Schalterklemme R) abgeschaltet wird. Der Schal- ter geht von Stellung 2 selbsttätig in Stellung 1 zurück. Der Zerhacker bekommt also während des Anlassens keinen Strom, und der Anlasser erhält den vollen Betriebsstrom, Es werden dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Auch bei Diesel-Fahrzeugen findet man heute schon Schalter, die das Aus- schalten des Zerhackers während des Anlassens berücksichtigen. Die 2,5- und 3-t-Lastwagentypen der Firma Hanomag haben gleichzeitig mit der Ein- führung der Blinklichtanlage den neuen Glühanlaßschalter aufgenommen, der diese Eigenschaften aufweist.

Für einen nachträglichen Einbau sind diese Schalter durchaus geeignet. Bezugsquellen für den Zündanlaßschalter können von den Herstellerfirmen Franz Kirsten, Bingerbrück, und Leopold Kostal, Lüdenscheid i. W., eingeholt werden, falls der Autozubehör-Handel diese Schalter nicht greifbar hat.

Ing. E. E., Hannover-S

Überreichweiten auf UKW FUNKSCHAU 1956, Heft 15, Seite 616

Ich möchte Ihnen mitteilen, daß die im Leserbrief von G. B., Treysa, erwähnten drei italienischen UKW-Sender zur selben Zeit und unter den- selben Bedingungen auch hier an der dänischen Grenze zu empfangen waren. Zeitweise übertraf die Feldstärke sogar die nahegelegener Bezirks- sender. Hier ist auch öfters eine östlihe UKW-Station (Tschechoslowakei oder Ungarn) zu empfangen. A. P., Achdrup

Zurückkommend auf die Ausführungen in FUNKSCHAU 1956, Heft 15, Seit 616, möchte ich zu dem Bericht Ihres Lesers aus Treysa ergänzend mit- teilen, daß ich ebenfalls am 2. Juli dieses Jahres in der Zeit von 15 bis 16 Uhr MEZ folgende italienische Sender mit sehr großer Lautstärke emp- fangen habe: Kanal 34 ca. 97,2 MHz, Kanal 37 ca. 98,0 MHz mit Nachrichten und Wetterbericht (vielleicht Palermo), Kanal 15...16 ca. 91,7 MHz mit Konzert.

Da die empfangenen Sender nicht genau festzustellen waren, gab ich meinen Bericht an Radio Roma in Rom. Aus Italien habe ich bis heute noch keine Bestätigung meiner Karte erhalten. L. D., Aachen

Ein interessanter Röhrenfehler FUNKSCHAU 1956, Heft 16, Seite 660

Ich habe die gleiche Beobachtung wie der Leser R. M., Leverkusen, gemacht. Der beschriebene Fehler an der Röhre EL 41 ist nicht so sehr selten. Nach meinen Erfahrungen tritt er häufig dann auf, wenn das Gerät in der Küche steht und Temperaturschwankungen und Kochdunst ausgesetzt ist. Mit Schmirgelleinen oder einem kleinen Schleifstein, wie ich ihn besitze, ist der Fehler mühelos zu beseitigen. E. S., St. Ingbert/Saar

*

Ein ganz neuer Gesichtspunkt zu der Diskussion um die leitenden Schich- ten am Sockel der Röhre EL 41 ergibt sich durch die nachstehende Zuschrift.

Zu diesem Artikel möchte ich der ich persönlich aufgedampfte und auf- gebrannte Schichten mehrmals entfernt habe folgendes bemerken:

Ich konnte eine solche leitende Schicht am Sockel der Röhre EL 41 immer nur feststellen, wenn Hartpapier - Röhrenfassungen im Gerät verwendet waren, nicht dagegen bei Keramikfassungen. Ich folgere daraus, daß stark erhitztes Hartpapier Stoffe absondert, die sich wie Teer am Unterteil des Röhrensockels niederschlagen. Durch die entstehenden größeren Tempera- turen brennen sie zu einer kohleartigen Schicht zusammen, greifen gleich- zeitig die versilberten Sockelstifte der Röhren an und führen somit den Schluß herbei. Deshalb ist zu empfehlen, für die Fassungen von Röhren- systemen mit starker Wärmeabgabe absonderungsfreies Material, wie Keramik mit Glasurüberzug, zu benutzen. G.K., Bad Sooden

Zur Zählung von Schwingkreisen und Röhren

Ich bin mit Ihrem Vorschlag „Zur Zählung von Schwingkreisen und Röhren“ im Leitartikel der FUNKSCHAU 1956, Heft 15, sehr zufrieden. Wenn dieser Vorschlag nicht angenommen wird, dann kann man sagen, daß der Nor- menausschuß den Teufel mit Beelzebub austreiben will und die ganze Sache noch verrückter wird.

Nur eines möchte ich noch vorschlagen, nämlich daß bei der Zählung der Röhren der Netzteil vollständig unberücksichtigt bleibt. Der Netzteil ist doch nur eine reine Umformerstation, die dem Gerät lediglich die Betriebs- spannungen zu liefern hat. O. J., Preetz

Heft 20 /FUNKSCHAU 1956

Aundfunkteilnehmer

en fernsehteilnehmer T

Dez. Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jan. Febr. März April Hai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.

1954 1955 1956 I Monatliche Zunahme der Rundfunk- und Fernsehteilnehmer bis September 1956. Nach dem Tiefstand im Urlaubsmonat Juli, der jedoch etwas günstiger als im Vorjahre lag, zeichnet sich bereits wieder der normalerweise bis zum Januar anhaltende Anstieg ab.

Die FUNKSCHAU in Australien

Die Sendung mit den bisher erschienenen FUNKSCHAU-Heften habe ich erhalten. Es freut mich sehr, daß Ihre Zeitschrift auch heute noch das ist, was sie schon vor Jahren war, ein unentbehrliches Hilfsmittel für jeden Techniker. Obwohl man hier in der Rundfunk- und Fernseh-Technik um Jahre zurück ist, bin ich doch froh, gerade durch die FUNKSCHAU mit der raschen technischen Entwicklung in Deutschland Schritt halten zu können. Daß mir dieser Vorteil hier in Australien besonders zugute kommt, kön- nen Sie sich denken. E. Kl., South-Perth (Australien)

... und in Schweden

Ihrer Zeitschrift wird auch hier großes Interesse entgegengebract. Ich verleihe regelmäßig die Hefte an meine schwedischen Kollegen. Die Berichte sind sehr verständlich geschrieben und können somit den schwedischen Technikern gut übersetzt werden. E. W., Motala-Varamobaden

(Schweden)

Funkitechnische Fachliteratur

Taxliste 1956/57

Bemwertungsliste für gebrauchte Rundfunkgeräte. Bearbeitet von Heinrich Döpke, Karl Tetzner und Dipl.-Ing. Herward Wisbar in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Radio- u. Fernseh-Fachverband e. V. 34 Seiten. 4. Aus- gabe 1956/57. Kartoniert 3.60 DM. Franzis-Verlag, München.

Die „Taxliste“ ist in den letzten vier Jahren bei den Rundfunkhändlern in Stadt und Land zu einem festen Begriff geworden. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Radio- und Fernseh-Fachverband haben drei bewährte Fachleute auf Grund der ehemaligen Empfänger - Bruttopreise den Wert gebrauchter Geräte errechnet und für alle seit 1948/49 herausgekommenen Tvpen der deutschen Industrie zusammengestellt. Eine Tabelle bietet da- rüber hinaus Anhaltspunkte für die Bewertung noc älterer Modelle, und zwar zurück bis zum Baujahr 1934. In die vorliegende vierte Ausgabe wur- den die Geräte des Jahrganges 1954/55 neu aufgenommen, die zurückliegen- den Jahrgänge weiter ergänzt und auf den heutigen Wert umgerechnet. Die Liste bildet für den Händler eine unentbehrliche Arbeitshilfe, wenn es gilt, eine gerechte Bewertung für Altgeräte zu finden. —ne

Empfängerschaltungen der Radio-Industrie, Band IX

Zusammengestellt von Ing. Heinz Lange und Ing. Heinz K. Nomisch, 3. Auflage. 480 Seiten. Preis: 12 DM. Fachbuchverlag Leipzig.

Dieses Buch bildet den neunten Band einer Schaltbildersammlung mit. den Firmen Telefunken, Tonfunk, Waldschmidt, Wandel, Wega, Willisen, Wöbbe der Jahrgänge 1945 bis z. T. 1952. Gerade für diese vor dem Übergang ztim UKW-Empfänger liegende Zeit fehlen aber vielfach die Schaltungsunter- lagen, so daß denen, die sich um die Instandsetzung dieser alten Geräte bemühen, eine gute Hilfe geboten wird. Die Schaltbilder sind sauber und einheitlich gezeichnet und mit den Werten der Widerstände und Konden- satoren versehen.

IVW meldet:

Sämtliche Werbungsmittler und Werbeagenturen sind IVW-Mitglieder

Verhandlungen zwischen der IVW und dem ADW-Verband Deutscher Werbungsmittler und Werbeagenturen e. V., die auf einen Beschluß in der Hauptversammlung dieses Verbandes im Mai 1956 zurückgehen, haben jetzt zu dem Ergebnis geführt, daß sämtliche ADW-Mitglieder die Mitgliedschaft bei der IVW erwerben. Damit gehören der IVW alle Werbungsmittler und Werbeagenturen an, die in den beiden maßgeblichen Fachverbänden, der ADW-Verband Deutscher Werbungsmittler und Werbeagenturen e. V. und der Gesellschaft Werbeagenturen (GWA), organisiert sind.

Alle Werbungsmittler und Werbeagenturen, die Mitglieder der IVW sind, erhalten laufend die IVW-Auflagenliste. Sie werden sie ihrer Beratungs- tätigkeit automatisch zugrunde legen. Damit ist auch ein alter Wunsch der Verleger erfüllt, der dahin ging, daß ihre Bereitschaft, sich der IVW-Prü- fung zu unterstellen und die damit verbundenen finanziellen Opfer zu brin- gen, bei den Werbungtreibenden entsprechende Beachtung und Berücksich- tigung finden möge. Die Kenntnis der IVW-Auflagenzahlen gelangt nun über jeden Werbungsmittler und jede Werbeagentur an eine ganze Reihe von Betrieben des Handels und der Industrie, d. h. die Wirkung verviel- facht sich. Es darf angenommen werden, daß die der IVW noch nicht ange- schlossenen Verlage, vor allem von Fachzeitschriften, sich nunmehr ver- anlaßt sehen werden, ihr Verhältnis zur IVW erneut zu überprüfen und den Anschluß ihrer Organe an die IVW zu vollziehen. Die FUNKSCHAU gehört seit Jahren der IVW an.

FUNKSCHAU 1956 / Heft 20

Wir stellen DUAL-party vor!

Der Plattenwechsler DUAL 1003 hat das Ver- trauen der Schallplattenfreunde gewonnen. Wir machten Sie mit seinen vorzüglichen Eigen- schaften genau bekannt.

Diesen bewährten Plattenwechsler und den modernen, kleinen Plattenspieler DUAL 295 liefern wir jetzt auch in eleganten Kofferge- häusen, die in Hannover große Bewunderung fanden und Ihnen nun den Verkauf leicht machen:

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Aus dem FUNKSCHAU-Lexikon

Akustischer Wirkungsgrad

Der akustische Wirkungsgrad eines Lautspre- chers als Prototyp des akustischen Wandlers ist das Verhältnis der abgegebenen akustischen Lei- stung zur zugeführten elektrischen Leistung. Im Vergleich etwa zur elektrischen Maschine ist er gering, er ist aber andererseits im Vergleich zu Musikinstrumenten hoch. So liegt der Wirkungs- grad einer großen Kirchenorgel bei nur 0,15 %0 -- hingegen darf der Wirkungsgrad moderner dyna- mischer Lautsprecher mit drei bis acht Prozent veranschlagt werden. Er wächst quadratisch mit der Erhöhung der magnetischen Induktion im Luftspalt des dynamischen Systems, d. h. von beispielsweise 3 °/» bei 10000 Gauß auf bei 20 000 Gauß. Vermindertes Membrangewicht bei gleicher Membrangröße erhöht den Wirkungs- grad, Breitbandige Lautsprecher haben einen niedrigeren Wirkungsgrad als Lautsprecher, die für die Wiedergabe begrenzter Tonfrequenz- bereiche entwickelt sind. Der Wirkungsgrad ist überdies frequenzabhängig; er vermindert sich nach den Tiefen hin.

Squelch-Schaltungen

Empfänger mit automatischer Schwundregelung und FM-Geräte haben die unangenehme Eigen- schaft, den örtlichen Störpegel bzw. das Röhren- rauschen mit beträchtlicher Lautstärke hervorzu- bringen, wenn kein Sender eingestellt ist. Diese Belästigung wird durch sogenannte Stummabstim- mung vermieden. Dabei handelt es sich meistens um Schaltungen, bei denen durch hohe negative Regelspannung der Hf-Verstärker blockiert wird, wenn kein Signal einfällt. Gelegentlich findet man auch Anordnungen, bei denen die Demodulator- diode oder die erste Nf-Verstärkerröhre durch hohe Vorspannung gesperrt sind, so lange am Empfängereingang kein Signal liegt. In der eng- lischen Fachsprache werden solche Anordnungen als Muting, Interstation-noise Suppression, Quiet Automatic Volume Control (Q.A.V.C.) oder als Squelch Systems bezeichnet.

Obwohl solche Stummabstimmschaltungen vor dem Krieg in Deutschland eine Zeitlang eine Rolle gespielt haben, werden sie heute kaum mehr angewandt. Da das Mittelwellenband über- füllt ist, hat man insbesondere abends kaum mehr Gelegenheit, das Prasseln und Rauschen zwischen Sendereinstellungen wahrzunehmen. Da- gegen sind Schaltungen in marktgängigen UKW- FM-Empfängern verwendet worden, die das Rau- schen zwischen den Sendern vermeiden. Hier gibt man der ersten Nf-Verstärkerröhre eine so hohe negative Vorspannung, daß sie kein Signal durch- läßt. Diese Gittervorspannung wird durch die gegen das Chassis positive Spannung am Lade- kondensator des Verhältnisdetektors so weit her- abgesetzt, daß der Arbeitspunkt der Röhre er- reicht wird. Da sich der Ladekondensator nur auf- lädt, wenn ein Sender einfällt, wird das Röhren- rauschen zwischen den Sendereinstellungen auto- matisch unterdrückt.

Zitate

Der im Gange befindliche Siegeszug der Ma- schine und des Automaten ist logish und un- aufhaltsam. Er ist eine Fortsetzung des Eindrin- gens der Kultur mit Pflug, Sense, Scheuer, Haus, Zaun, Recht, Dorf und Stadt, Berufsteilung, Wirt- schaft und Handel in die Menschenwelt („Auto- mat und Mensch“, ETZ-A, 1956, Heft 18, S. 611).

Die kürzesten Wellen, mit denen man schon praktisch arbeitet, haben eine Wellenlänge von 8 mm. Die Grenze ist größtenteils durch die zur Verfügung stehenden Generator-Röhren gesetzt. Im Forschungslaboratorium in Eindhoven ist ein Reflexklystron für 4-mm-Wellen mit einer Dauer- leistung von einigen Hundertstel Watt entwickelt worden („Ein Reflexklystron für 4 mm Wellen- länge“, Philips Technische Rundschau, 18. Jahr- gang 1956/57, Nr. 1/Juli, Seite 14).

Wie JA 1 EC mitteilt, ist der Weltrekord auf 50 MHz Mitte März gebrochen worden, als JA6 FR mit zwei argentinischen Stationen Kontakt auf- nahm. Der erste Rekord wurde aufgestellt, als ]9AOO in Japan Verbindung mit CE 1 AH in Chile über ungefähr 17 000 km bekam. Jetzt ist die Entfernung um rd. 800 km vergrößert worden (Radio, Television & Hobbies, Sydney/Australien, Mai 1956).

Heft 0 /FUNKSCHAU 1956

MIT FERNSEH-TECHNIK UND SCHALLPLATTE UND TONBAND FACHZEITSCHRIFT FÜR FUNKTECHNIKER

Zum nächsten Empfänger-Jahrgang

Während in den Rundfunkfabriken die Fließbänder laufen und der Handel sich anschickt, in den günstigen Monaten vor Weihnachten die Geräte dieses Baujahres an den Mann zu bringen, da planen die Firmenleitungen und Entwicklungschefs bereits wieder die Konstruktionen der nächsten Saison 1957/58. Sorgfältig wird die Meinung über die eigenen Geräte erforscht, und kritisch werden die Modelle der Konkurrenz mit den eigenen verglichen, um zu entscheiden, was man im nächsten Jahr besser machen könnte. "

Dabei stehen die Wünsche des Kaufmannes im Vordergrund, denn er muß die Ware absetzen, damit die Fabrik lebt. Leider führt dies aber auch zu einer Betonung von Äußerlichkeiten. In dem Leitartikel „Aufmachung kontra Technik?“ in Heft 10 dieses Jahrganges haben wir uns bereits mit diesem Thema befaßt.

Zu Beginn der Planungen für den nächsten Jahrgang wollen wir hier nochmals einige Wünsche äußern. Sie kristallisierten sich aus vielen Zuschriften, vorwiegend solchen von Einzelhändlern und Service-Technikern, die schließlich später die Arbeit mit den Empfängern haben.

Der laufende Jahrgang bescherte uns eine Fülle von Klangregelmöglichkeiten. Ein Rundfunkempfänger ist aber keine Orgel, sondern ein Gebrauchsgegenstand. Zwei bis drei „vorfabrizierte* Klangfarben und eine Stellung, in der die veränderlichen Baß- und Höhenregler wirksam sind, genügen wirklich für den Heimgebrauch. Was darüber hinausgeht, ist Spielzeug, das nach wenigen Wochen reizlos wird. Dagegen wünschen wir uns die Wiederkehr der echten Stations-Drucktasten?), denn es ist viel zweckmäßiger, durch Tastendruck ein anderes Programm wählen zu können, als eine Sendung durch vielfältige Klangregister akustisch umzufrisieren.

Auch beim 3 D-Klang und den Hochtonlautsprechern kann der Aufwand auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. Seitenlautsprecher sind gut, jedoch vermeide man verkrampfte Konstruktionen, bei denen mehr die Werbeargumente Pate gestan- den haben als entscheidende technische Vorzüge. Phasenverschiebungen zwischen den Teiltönen eines Frequenzspektrums sind ohne Einfluß auf den Gesamtklang. Warum also durch elektrische oder akustische Verzögerungsglieder einen Pseudo-Stereo- Effekt vortäuschen? Dieser Aufwand lohnt ebenso wenig wie der für verwickelte Gegenkopplungs - Netzwerke, die später den Reparaturtechniker zur Verzweiflung bringen. Man sorge stattdessen für geringen Klirrfaktor, genügende Ausgangsleistung, große Lautsprecher-Abstrahlfläche und ausreichendes Gehäusevolumen. Ebenso wie die Stationstasten ist auch die automatische Scharfabstimmung in Vergessenheit geraten. Warum enthält man dem Laien diese Bedienungshilfe vor? Zumindest im UKW-Bereich dürfte sie mit geringem Aufwand möglich sein.

Immer wieder erreichen uns Klagen, daß die Wellenbereichstasten zu Störungen neigen. Die Tastenkontakte müssen aus hochwertigem Material bestehen, solide ver- arbeitet und zur Wartung zugänglich sein. Da bei aller Sorgfalt aber doch Fehler auftreten können, sollen auch einzelne Tastenstreifen auswechselbar sein, ohne den gesamten Tasten- und Spulensatz auszubauen.

Die Bodenöffnung zur Chassiskontrolle hat sich erfreulicherweise überall durch- gesetzt. Die viel ältere Forderung, das Chassis bequemer aus- und einbauen zu können, findet dagegen kaum Gehör. Immer noch muß man vier Schrauben mühselig von unten her durch Unterlagscheiben und Gummipuffer fädeln, um dann nach meh- reren mißglückten Versuchen recht und schlecht die Befestigungslöcher im Chassis zu finden. Wann kommt endlich eine elegante Gleitschienenkonstruktion? Anzuerkennen ist, daß nun vielfach die Lautsprecherzuleitungen über Steckkontakte am Chassis geführt werden. Aber warum sind trotzdem bisweilen die Leitungen so kurz, daß man das herausgenommene Chassis kaum bewegen kann. Verteuert ein 10 cm län- geres Leitungsbündel wirklich den Preis so stark?

Ein Wort auch zu den Service-Schaltbildern. Hier glauben wir, ganz kompetent zu sein, denn wir haben eine über 25jährige Erfahrung im Zeichnen von Schaltbildern. Bei vielen Firmenscaltbildern ist die Beschriftung zu klein. Eine Schrifthöhe von 1,2 mm ist die unterste Grenze dessen, was dem Werkstattmann zuzumuten ist, sau- berer Druck vorausgesetzt. Immer wieder finden sich aber Schaltungen, bei denen man mit der Lupe die Einzelteilwerte entziffern muß. Und dann: warum werden immer noch Mehrfachröhrensysteme zusammengezeichnet? Ja, wir trafen sogar Schal- tungen, bei denen zwar die Dioden und das Triodensystem der EABC 80 sehr schön übersichtlich getrennt dort gezeichnet waren, wo sie organisch hingehörten, dagegen waren die beiden UKW-Trioden der ECC 85 im gemeinsamen Kolben dargestellt, und Vor-, Zwischen- und Oszillatorkreis sowie das Zf-Filter bildeten ein unlogisches und unübersichtliches Leitungsgewirr. Nur selten finden sich auch Hinweise auf die Bedienungsorgane. Gerade bei den verwickelten Gegenkopplungs - Netzwerken ist dann nicht leicht zu ermitteln, welches der Höhen- oder der Baßregler ist.

Der hohe technische Stand unserer Rundfunkempfänger sei durchaus lobend aner- kannt. Diese Zeilen mögen jedoch Hinweise sein, ihn weiter zu verbessern. Limann

1) Vgl. „Wo blieben die Stationstasten?*, FUNKSCHAU 1956, Heft 19, Seite 792

28.Jahrg. 2. Oktober-Heft 1956 Nr. 20

Aus dem Inhalt: Seite

Kurz und ultrakurz

Briefe an die FUNKSCHAU-Redaktion

Funktechnische Fachliteratur

Aus dem FUNKSCHAU-Lexikon: Akustischer Wirkungsgrad; Squelch- Schaltungen

Fernsehsender Steinkimmen; Neuarti- ges Drosselglied für UKW-Leitungen; Schlitzantenne für Schiffs-Radaranla- gen; Liliput-Magnetkopf Aus der Normungsarbeit: Galvanische Elemente Ein tragbarer Rettungsboot-Peiler Parabolantennen für Richtfunkverbin- dungen Neue Bauanleitung: Antennenverstärker für den Mittel- mellenbereich Zf-Verstärker mit Transistoren OC 45 844 Tragbares Magnettongerät mit Tran- sistoren: III. Das Laufwerk Ingenieur-Seiten: Dimensionierung von Eingangskreisen im Rundfunkempfänger Ein Meßgerät für Impedanzen u. Steh- mellenverhältnisse für 5 bis 250 MHz 850 Aus der Zeitschrift ELEKTRONIK des Franzis-Verlages Der Umgang mit Transistoren Vakuumdichte und bruchfeste Fassungen für Miniaturröhren und Transistoren 854 FUNKSCHAU-Schaltungssammlung: Blaupunkt-Barcelona Eine Verstärkerschaltung ohne Gitter- ableitwiderstand u. Gittervorspannung 856 Eichspannungsgenerator für den Elek- - tronenstrahloszillografen Die amerikanische Röhrenserie für 0,6 A Heizstrom Für den jungen Funktechniker: 18. Magnetischer Widerstand und magnetischer Leitwert RC-Tongenerator für 20 Hz bis 200 kHz 860 Vorschläge für die Werkstattpraxis .. Fernseh-Service

Herausgegeben vom

FRANZIS-VERLAG MÜNCHEN Verlag der 6. Franz’schen Buchdruckerei G. Emil Mayer Verlagsleitung: Erich Schwandt Redaktion: Otto Limann, Karl Tetzner Anzeigenleiter u. stellvertretender Verlagsleiter: Paul Walde

Erscheint zweimal monatlich, und zwar am 5. und 20. eines jed. Monats. Zu beziehen durch den Buc- u. Zeit- schriftenhandel, unmittelbar vom Verlag u. durch die Post.

Monats-Bezugspreis 2.40 DM (einschl. Postzeitungsge- bühr) zuzügl. 6 Pfg. Zustellgebühr. Preis des Einzel- heftes 1.20 DM.

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Vertretung im Saargebiet: Ludwig Schubert, Neunkir- chen (Saar), Stummstraße 15.

Auslandsvertretungen: Belgien: De Internationale Pers, Berchem-Antwerpen, Cogels-Osylei 40. Niederlande: De Muiderkring, Bussum, Nijverheidswerf 19-21. -— Österreich: Verlag Ing. Walter Erb, Wien VI, Maria- hilfer Straße 71. Schweiz: Verlag H. Thali & Cie., Hitzkirch (Luzern).

Alleiniges Nachdruckrecht, auch auszugsweise, für Hol- land wurde dem Radio Bulletin, Bussum, für Österreich Herrn Ingenieur Ludwig Ratheiser, Wien, übertragen.

Druck: G. Franz’sche Buchdruckerei G. Emil Mayer, (13b) München 2, Luisenstr. 17. Fern- sprecher: 5 16 25. Die FUNKSCHAU ist der IVW angeschlossen.

a Me,

Mehr als 70 Tonnen drücken auf den Betonklotz unter dem Rohrmast. Rechts Einstieg zum Fahr- stuhl Aufn.: Hans Müller

y Titebgeschicht

Fernsehsender Steinkimmen

Als am 6. August um 16.30 Uhr die erste offizielle Sendung vom neuen Fernsehsender Bremen/Oldenburg hinausgestrahlt murde, mar dadurch ein weiteres großes Gebiet der Bundesrepublik dem Fernsehen erschlossen. Südlich der Bundesstraße 75 zwischen Bre- men und Oldenburg reckt sich in der Stein- kimmer Heide der Rohrmast-Antennenträger gleich einem riesigen Stahlfinger in den Him- mel. Einschließlich UKW-Antenne und Blitz- abmweiser auf der Spitze ist das Bauwerk mit 298 m Höhe das größte in Deutschland und nach dem Eiffelturm in Paris (300 m) das zweithöchste. Im Innern des nur zwei Meter starken Mastes läuft ein Fahrstuhl für zwei Personen. Der Mast wiegt über 70 Tonnen

= UKW-Antenne

Standpunkt des Foto-

grafen bei der Aufnahme

unseres Umschlagbildes = durch Leiter begehbar Ende des Fahrstuhls

= Fernseh-Antenne

Gesamtansicht des Sender- mastes in der Steinkimmer Heide. Ganz oben ist die UKW-Antenne, darunter die Fernsehantenne angebracht. Der kleine Mast im Hinter- grund wird wieder abge- baut. Aufn.: Hans Müller

<< 2. Mast, Höhe 61 m, ist auf dem Umschlagbild rechts oben als schräger Strich erkennbar

840

DAS N E U E ST E aus Radio- und Fernsehtecdhnik

und ruht auf einem einzigen Träger-Sechs- eck; er mußte so hoch gebaut werden, weil das Gelände tellerflach ist und keine natür- liche Erhebung zu finden war.

Der neue Sender arbeitet entsprechend der Zuteilung des Stockholmer UKW-Planes von 1952 in Kanal 2 (Bild 48,25 MHz, Ton 53,75 MHz); er ist von Siemens geliefert und gibt an die Antennenkabel eine Bildträger- leistung von 10 kW und eine Tonträgerlei- stung von 2 kW ab. Die Kabel ist richtig, denn man hat die Fernseh-Rundstrahlantenne (aus Rohde-&-Schmwarz-Achternfeldern zusam- mengesetzt) unterteilt. Jede der beiden Hälf- ien mit einem Gewinn von g = 6 wird über ein eigenes Kabel vom Senderausgang ge- speist; insgesamt ergibt sich ein Antennen- gemwinn von g = 12. Dieser Aufteilung lie- gen betriebstechnische Überlegungen zu Grunde: bei einem Antennendefekt wird vor- aussichtlich immer nur eine Hälfte betrof- fen, so daß man mit der zweiten weiter arbeiten kann, zumal jede Hälfte für die volle Senderleistung ausgelegt ist. Natürlich sinkt die effektive Strahlungsleistung beim Betrieb mit nur der halben Antenne eben- falls um die Hälfte. Die von Felten & Guille- aume entwickelten Antennenkabel vom Typ 21/61 sind jeweils 400 m lang und mit einem Verlust von rd. 20%, bezogen auf die Sen- derausgangsleistung, behaftet.

Für den Bildträger gilt:

Senderausgangsleistung 10 kW abzüglich 20% Kabelverluste X Antennengewinn (12) = = 9 kW effektive Strahlungs- leistung.

Die Feldstärkemessungen sind noch nicht abgeschlossen; immerhin weiß man, daß die Reichweite mindestens den Berechnungen entspricht. Lingen (Ems) liegt nicht mehr ganz im Versorgungsbereich, dagegen werden in Emden mit einer Dreielement-Einebenen- Antenne rd. 200 uV Spannung am Empfän- gereingang erzeugt. Wilhelmshaven und na- türlich Bremen und Oldenburg erhalten aus- reichende Feldstärken. In Cuxhaven ist der Empfang des neuen Senders besser als der des gleichstarken Hamburger Fernsehsenders in Kanal 9. Leider sind die Empfangsan- tennen wegen der großen Wellenlänge rela- tiv groß und teuer, und auch die Zündfunk- störungen scheinen stärker als in Band III zu sein. Im Randgebiet des neuen Senders läuft der Antennenaufwand beträchtlich ins Geld...

Im Senderhaus Steinkimmen stehen neben dem Fernsehsender noch ein 10-kW-UKW- Sender mit Programm UKW-Nord und ein 1-kW-UKW-Sender mit Mittelmwel- lenprogramm des NDR. K;T;

Neuartiges Drosselglied für UKW-Leitungen

Meßsender müssen lückenlos abgeschirmt sein, damit keine elektromagnetischen Felder nach außen dringen, und alle in das Ab- schirmgehäuse führenden Speiseleitungen sollen gut verdrosselt und verblockt werden, damit keine Hf-Ströme über diese Leitungen nach außen abfließen.

Metallrohr 10%

Isolier- papier

Drosselglied für das Frequenzgebiet 150...250 MHz

Anstelle der bekannten Drosselanordnun- gen, die nicht immer ausreichen, um die Hf-Abwanderung völlig zu unterdrücken, wird von Valvo die im Bild dargestellte neuartige Anordnung beschrieben. Die zu entstörende Leitung führt zentrisch durch ein geerdetes Metallrohr, das innen mit Isolierpapier ausgekleidet ist. Der freie Zwischenraum zwischen Leitung und Ab- schirmrohr ist mit Eisenpulver gefüllt, das in Isolierlack eingebettet ist, also ein sehr schlechtes Dielektrikum darstellt. Infolge der dadurch auftretenden Verluste wird die Hf- Energie sehr stark gedämpft. Bei den im Bild angegebenen Abmessungen und für einen Frequenzbereich von 150 bis 250 MHz ergeben sich z. B. Dämpfungen bis zu 100 dB (1 : 10 000).

Sclitzantenne für Scifis-Radaranlagen

Bei einem neuartigen Schiffs-Radargerät der Firma Kelvin & Hughes Ltd., London, wird anstelle der bisherigen parabolischen Reflektor-Antenne eine sog. Schlitzantenne verwendet (Bild). Diese Antennenform, die bereits seit

längerem

wegen der

höheren An-

forderungen

bei Land-Ra- Schlitzantenne darstationen, für Radargeräte. so z. B. im Diese für Zenti- Hamburger meterwellen ge- Hafen bräuchliche An-

tennenform besteht im Prinzip aus einem längsgeschlitzten Metallrohr. Der Schlitz wirkt als

benutzt wird, ergibt beson-

ders günstige Strahler und ergibt eine sehr Abstrahlungs- scharfe Bündelung verhältnisse.

Der ausgesandte Hochfrequenzstrahl besitzt eine horizontale Bündelung von 1,3°. Er ist frei von Nebenzipfeln, so daß Scheinechos auf dem Bildschirm vermieden werden, die die Schiffsführung in kritischen Augenblicken zu falschen Maßnahmen veranlassen könnten.

Die Schlitzantenne zeichnet sich außerdem durch einen sehr geringen Windwiderstand aus. Dadurch konnte das Gewicht der Kon- struktion auf etwa 35 kg gegenüber bisher 85 kg herabgesetzt werden.

Liliput-Magnetkopf

Nur 0,8 mm breit ist die Magnettonspur, die neben der Perforation des 8-mm-Ama- teur-Schmalfilmes herlaufen kann. In fünf- jähriger Arbeit arbeitete Telefunken zusam- men mit namhaften deutschen Schmalfilm- Geräteherstellern hierfür ein Miniatur-Ton- aufnahmeverfahren aus. Dazu mußte ein Liliput-Magnetkopf entwickelt werden, der kaum größer als ein Pfennigstück ist (Bild). Der Polschuh hat nur 0,5 mm Breite. Darin befindet sich ein Abtastspalt von 0,005 mm. Dies entspricht etwa einem Zehntel der Dicke eines Frauenhaares.

Ein im Vergleich zu dem Filmstreifen einem 1-Pfennigstück

und

selbst

Heft 0 /FUNKSCHAU 1956

Ein tragbarer Rettungsboot-Peiler

Für Rettungsboote und andere Kleinfahrzeuge wurde ein robustes und im Notfalle schwimmfähiges Peilgerät für Mittelwellen entwickelt.

Mit diesem handlichen Peilempfänger ist eine tropen- und arktisfeste und im Spezialgehäuse wasserdicht unterzubringende, nötigenfalls auch schwimmfähige Anlage geschaffen worden, die die Peilung von Funksendern im Frequenzbe- reich 240...560 kHz = 535...1250 m ermöglicht. Es können sowohl tönend als auch tonlos arbei- tende Peilsender empfangen werden, außerdem Rundfunk- und Funksprechstationen.

Bild 1 und 2 zeigen den Peilempfänger, ein- mal geöffnet in Betriebsstellung, das zweite Mal mit dem wasserdichten, schwimmfähigen Leichtmetallgehäuse und mit eingeschobener Teleskop - Hilfsantenne. Der Empfängersockel steht fest, während das gesamte Gerät ein- schließlich Antennen und Peilskala drehbar ist. Die zylindrische Form ist für den beschränkten Raum auf kleinen Booten sehr günstig.

Die Schaltung

Bild 3 zeigt das Gesamtschaltbild des Peil- empfängers TRP54. Es handelt sich um einen 7-Röhren-Super mit getrenntem Telegrafieüher- lagerer und acht Kreisen. Von besonderem Inter- esse ist der Peileingangsteil, der von dem in Leichtmetallrohr eingezogenen Peilrahmen mit elektrischer Abschirmung und entsprechend dem Peilprinzip von einer Hilfsantenne gespeist wird. Während die Energie der Rahmenantenne direkt auf den Eingangsübertrager gelangt, wird die Spannung der Hilfsantenne in Schalterstellung „Peilen“ des Peil/Seite-Schalters einem Poten- tiometer von 2,5 kQ zugeführt (gezeichnete Stel- lung). Diese einstellbare Bedämpfung des Ein- gangs bewirkt eine beträchtliche Verminderung der Minimumbreite, so daß die Peilung sehr ge- nau wird. Die Empfindlichkeit des Empfängers liegt bei 100 uV/m, bezogen auf Minimum- breite; die Spiegelfrequenzfestigkeit ist besser als 90 dB.

Der weitere Aufbau der Schaltung ist durch- aus nicht ungewöhnlich, so daß wir auf eine nähere Beschreibung verzichten können. Der Telegrafieüberlagerer mit einer Pentode DAF 96

Hilfsantenne Rahmenantenne

erzeugt eine konstante Frequenz von 211 kHz, die in Stellung „A1“ des Betriebsartenwahl- schalters der zweiten Zf-Verstärkerpentode DF 96 zugeführt wird, so daß sich zusammen mit der Zwischenfrequenz von 210 kHz eine Schwebung von 1000 Hz ergibt und „tonlose“ Sender hör- bar werden.

Die Batterien

Für die Stromversorgung sind in einem Fach des Empfängers zwei Trockenbatterien von 1,5 V Spannung für die Heizung und 75 V Span- nung für die Anodenstromversorgung unterge- bracht. Bei ununterbrochenem Betrieb reicht ein Batteriesatz 15 Stunden; die Leistungsaufnahme beträgt 0,3 W für die Heizung und 0,7 W für die Anoden der Röhren. Es werden tropen- und arktisfeste Batterietypen empfohlen.

Das Gehäuse

Wie erwähnt, wird das Gerät im unbenutzten Zustand in einem wasserdichten Blechgehäuse aufbewahrt. Das Handrad (Bild 2 unten) öffnet und schließt den Bajonettverschluß der beiden Gehäuseteile. Zur elastischen, stoßfesten Lage- rung sind oben und unten um das Gerät je ein Gummiring angebracht. Das Gehäuseoberteil be- sitzt einen Griff, an welchem das Gerät getragen werden kann. Außerdem ist oben ein Zapfen angebracht; er ragt aus dem Wasser, wenn das Gerät im Seenotfall ins Wasser geworfen wer- den muß.

Die Inbetriebnahme

Der Empfänger wird, nachdem man ihn aus dem Gehäuse herausgenommen hat, mittschiffs aufgestellt; die vier auf der Unterseite befind- lichen Laschen müssen vorher herausgeklappt werden. Die beiden schwarzen Laschen zeigen „Voraus“ (also genau auf den Schiffs- oder Bootsbug). Dann wird die schwarze, über der Umlaufskala liegende Arretierschraube gelöst.

DK 96

Bild 1. Rettungsbootpeiler TRP 54 von C. Plath im betriebsfertigen Zustand

Bild 2. Der Peilempfänger im wasser- dichten Gehäuse, an der Schiffswand

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